Teil 1: Erfolgsfaktoren und Prozess des Business Model Design

Viele Unternehmen wollen das Internet of Things (IoT) nutzen, um ihr bestehendes Geschäftsmodell zu modernisieren oder auch ganz neue Services und Produkte für ihre Kunden zu schaffen. Doch wie geht man hierbei vor und welche Schritte muss man auf dem Weg zum erfolgreichen IoT-Geschäftsmodell beachten? Das wollen wir in unserer Reihe „Business Model Innovation für das Internet of Things“ zeigen. In Teil 1 werfen wir einen Blick auf die Erfolgsfaktoren und den Business Model Design Prozess.

Bevor man in die Entwicklung eines neuen IoT-Geschäftsmodells startet, sollte man sich zunächst klar machen, welche Schritte und Erfolgsfaktoren hierbei beachtet werden müssen. Denn eine Geschäftsidee will gut durchdacht sein, um daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln.  Hier setzt das Business Model Design an, das unternehmerisches und gestalterisches Denken verknüpft, um Mehrwerte zu generieren und dabei immer den Kunden im Blick hat.

Erfolgsfaktoren für Business Model Design

Aus unserer Erfahrung sind die folgenden vier Faktoren zentral für eine erfolgreiche Geschäftsmodellentwicklung:

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Kundenzentrierung: Die Quintessenz von gutem Business Model Design ist es, neue Geschäftsideen und -modelle so zu entwickeln, dass sie immer  an den „Pains“ und den Bedürfnissen potenzieller Nutzer und Kunden ansetzen. Deshalb ist es wichtig, immer die Kundenperspektive einzunehmen und entsprechendes Feedback einzuholen. Denn Geschäftsideen, die den Kunden kalt lassen, sind Innovationen ohne Markt.

Kurze Lernzyklen: Damit Innovationen nicht auf der langen Bank bleiben, kommt es beim Business Model Design darauf an, sich der Lösung in kleinen Schritten sowie in kurzen Lern- und Testzyklen zu nähern, um somit auch peu à peu Wissen über den Zielmarkt zu erlangen. Das Motto lautet „Think Big, Start Small, Learn Fast“. Klingt einfach und plausibel. Doch tatsächlich investieren Unternehmen auch heutzutage viel Geld in die jahrelange Entwicklung perfekter Produkte und Services, um im Nachhinein zu erkennen, dass diese keinen Erfolg am Markt haben.

Fakten über Meinungen: Der alleinige Glaube an den Erfolg des eigenen Geschäftsmodells reicht nicht, sondern ist im Gegenteil äußerst riskant. Deshalb sollten nicht Meinungen, sondern Fakten, Daten und Zahlen herangezogen werden, beispielsweise um die zukünftige Marktlage zu validieren, das Kundenverhalten zu beurteilen und Testergebnisse einzuordnen.

Thinking by doing: Ohne Ausprobieren und Testing lassen sich Geschäftsideen nicht weiterentwickeln und validieren. Deshalb sollten sie in Form von Prototypen und im Rahmen von Service-Simulationen unter realen Umständen getestet werden. Erst wenn der Proof of Concept erbracht ist, sollte ein IoT-Geschäftsmodell breit ausgerollt werden.

Business Model Design als Prozess verstehen

Bei der Entwicklung von IoT-Geschäftsmodellen orientieren wir uns am Business Design Prozess von Orange Hills. Dieser stellt einen iterativer Prozess und lässt sich in verschiedene Abschnitte oder Phasen gliedern: Setup, Discover, Design, Validate und Decide. 

prozess-business-design

Quelle: Orange Hills

In der Setup-Phase gilt es, zunächst einen internen Sponsor für das Projekt zu finden, der als Fürsprecher für die nötigen Freiräume und Ressourcen sorgt. Zudem müssen in dieser Phase der Projekt- und Innovationsfokus festgelegt werden und wesentliche Meilensteine definiert werden. Nicht zuletzt geht es darum, ein Projektteam aufzustellen, das möglichst heterogen und interdisziplinär zusammengesetzt ist und sich voll und ganz dem Projekt widmen kann.

In der Discover- oder Erkundungsphase kommt es darauf an, das Marktumfeld, die eingesetzten Technologien und die Pain Points der jeweiligen Kunden zu eruieren, im Team darüber zu diskutieren und in kurzen Zyklen entsprechende Learnings zu generieren. Die Teammitglieder sollten sich dabei regelmäßig austauschen und so viel wie möglich über den betreffenden Bereich lernen.

In der eigentlichen Design-Phase werden schließlich Ideen entwickelt, um um die Pain Points des Kunden zu lösen. Die Ideen, die sich durchsetzen, werden anschließend in konkrete Geschäftsmodelle überführt, welche dann in der Validierungsphase auf den Prüfstand gestellt werden. Dafür gilt es bereits in der Design-Phase passende Hypothesen und KPIs zu entwickeln.

In der Validierungsphase werden die formulierten Hypothesen dann getestet, um jedes einzelne Element des Geschäftsmodells zu validieren.

In der Decide- oder Entscheidungsphase schließlich kommt es zur Entscheidungsfindung in Abstimmung mit dem internen Sponsor. Erst hier fällt – auf Basis der Testergebnisse – die Entscheidung, welches Geschäftsmodell tatsächlich weiterverfolgt und ausgerollt werden soll.

Sie möchten mehr zum Thema Business Design erfahren? Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne.

Quelle Titelbild: iStock / HAKINMHAN

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